Ohne Worte - Ads, die ohne Text auskommen

Ohne Worte – Ads, die ohne Text auskommen

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Es gibt sie… Kampagnen, in denen nicht irgendein Stockfoto mit erklärendem Text genommen und an die Zielgruppe ausgespielt wird. Seitdem es durch Facebook und Google für jedes Unternehmen viel einfacher geworden ist Werbung im Internet zu schalten sehen wir vermehrt auch standardisierte Werbemittel, die einem Schema-F folgen:

Facebook Ad von das Örtliche

Es stimmt, nicht jedes Unternehmen kann sich eine vollends ausgearbeitete und wohl überlegte Kreation der Werbemittel leisten kann und das Schema-F wird nicht umsonst verwendet… es funktioniert einfach zu häufig. Nichtsdestotrotz ist es durchaus erfrischend auch mal durchdachte Werbemittel zu sehen, die Emotionen wecken und ohne Text auskommen.

Diese neue Blog-Serie befasst sich in Zukunft mit Ads, die genau dies erfüllen und wir versuchen zu erklären, warum sie funktionieren.

Lego – Es lebe die Vorstellungskraft

Werbemittel von Lego
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Lego steht für Kreativität und grenzenloser Vorstellungskraft. Diese Ad spiegelt durch die Differenz zwischen dem Schatten und den Lego-Steinen genau diese Charakteristika wider. Wir können uns instinktiv vorstellen, wie die Form der Lego-Steine ein Flugzeug für ein Kind darstellen kann. Zusätzlich wissen wir ebenfalls, aufgrund unserer persönlichen Erfahrung mit Lego-Steinen, dass es sogar möglich ist ein richtiges Lego-Flugzeug zu bauen.

Die Art und Weise, wie der dargestellte Vorher-Nachher-Vergleich ohne wirkliches Endprodukte, sprich ein Lego-Flugzeug, auskommt ist brilliant. Vor allem, da dies die gewünschten Emotionen hervorruft und die Vorstellungskraft direkt aktiviert wird.

Learning: Der Vorher-Nachher-Vergleich ist ein kraftvolles Instrument und kann ohne finales Produkt auskommen, wenn eine Vision dargestellt wird. Hierfür muss die Botschaft und das Produkt nur auf die simpelste Stufe runter gebrochen werden.

Keloptic – Sehe die Welt klarer

Werbemittel von Keloptic
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Keloptic, ein Brillen-Onlineshop, benutzt in diesem Werbemittel eine simple aber sehr effektive Methode: Den Beweis! 
Wenn ein Bild das Gehirn sofort überzeugen und Aufmerksamkeit erregen soll, dann ist es nur zu empfehlen wie Keloptic vorzugehen. Im Vergleich zu Lego zeigen sie nämlich direkt den wichtigsten Vorteil vom Produkt und beweisen sofort die Wirksamkeit; in diesem Fall muss das Gehirn seine Vorstellungskraft nicht aktivieren, wodurch direkt die Problemlösungseigenschaft vom Produkt im Gehirn abgespeichert werden kann.

Interessanterweise muss hierfür kein Beweis aus dem wahren Leben gezeigt werden, da dem Betrachter durchaus Bewusst ist, dass das Selbstbildnis von van Gogh nicht durch eine Brille scharf wird. Bis das Gehirn dies aber erkannt hat, hat es den Produktvorteil schon lange abgespeichert und mit mehreren Synapsen im Gehirn verankert.

Learning: Beweise können direkt im Gehirn abgespeichert werden, wenn sie simpel gehalten und sich nur auf einen Beweis fokussieren. Hierfür kann der Vorher-Nachhher-Vergleich erweitert werden.

Foxy – Küchenpapier für alle Zwecke

Foxy Küchenpapier Werbemittel
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Den Vorteil von Küchenpapier zu beweisen ist keine Kunst, dies aber auf kreative Weise nur für eine Zielgruppe zu machen schon. Foxy unterstreicht die Saugkraft ihres Küchenpapiers durch die fiktive Darstellung eines Küchenpapier-Glases, in dem sich Bier befindet. Unser Gehirn wird mit Humor angesprochen, in dem es erst hereingelegt wird („Lecker, ein Bier“) und dann durch genaues hinsehen belustigt wird („Witzig, aus Küchenpapier“). Die Schwierigkeit bei solch einer Vorgehensweise ist jedoch, dass wir dieses Bild schnell übersehen können bzw. der Teil mit dem genauen Hinschauen ausbleibt, weil unsere Augen schon weitergegangen sind. Problematisch ist ebenfalls, dass der Beweis eventuell zu abstrakt für das Gehirn dargestellt wurde.

Learning: Bekannte Vorteile von Produkten können immer anders dargestellt werden. Wichtig ist nur, dass der Beweis der Wahrheit entsprechen muss, damit die Message sich im Gehirn mit mehreren Synapsen verknüpfen kann.

Curtis – Wenn Teebecher sprechen könnten

Werbemittel für Tee von Curtis
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Klassischerweise wird der Geschmack von Tee dargestellt, in dem ein Moodbild im Hintergrund und die Zutaten neben einer Tee-Tasse zu sehen sind. Die Teemarke „Curtis“ verfolgte einen abgewandelten Weg, in dem sie auf das Moodbild verzichteten und den Fokus ausschließlich auf die Zutaten richteten. Verstärken tun sie dies, in dem sie eine kurze Geschichte mit dem Bild erzählen. „Wer diesen Tee trinkt, trinkt eine volle Tasse Limette mit einem Hauch von Minze und braunem Zucker“

Stellt euch diesen Satz neben einer normalen Teetasse, den Zutaten daneben und einem Moodbild vor… nicht mehr so kraftvoll oder? Eine Geschichte sollte immer nur eine Kernaussage treffen, damit sie im Gehirn sich verankern kann. Curtis hielt sich daran, in dem sie alle unwichtigen Elemente aus ihrer Geschichte entfernten.

Learning: Reduziere dein Produkt auf die Kernaussage und es fällt dir leichter auf die Wörter zu verzichten.

Zeit nehmen kann Gold wert sein

In unserer Welt, in der die User nur so überladen werden mit Werbung und Bannern ist umso wertvoller einen Schritt zurück zu gehen und sich zu überlegen, welche Aussage man wirklich treffen will. Wenn der User immer nur das Schema-F sehen würde, dann übersieht unser Gehirn automatisch die Werbung. Daher ist es entscheidend dem User zu zeigen, dass man sich mit Leidenschaft und Energie Gedanken gemacht hat und das Produkt genauso mit viel Liebe und Leidenschaft entstanden ist.

Glücklicherweise können wir uns an Beispielen wie den obigen orientieren und lernen.

Kennt ihr weitere Kampagnen, die in solch eine Richtung gingen?

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